30.10.2018

Die Krone für eine Grundschule

Die sächsische Gemeinde Wermsdorf brauchte eine neue Grundschule. Dabei waren intelligente Lösungen und Innovationen gefragt, um Fördermittel zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur zu erhalten. IPROconsult wurde als Generalplaner tätig – jetzt konnte Richtfest gefeiert werden.

Obwohl die Gemeinde zwischen Leipzig und Dresden liegt, nah an der verbindenden Autobahn A14, ist Wohnraum in Wermsdorf noch relativ günstig zu bekommen. Deshalb steigt auch die Einwohnerzahl seit Jahren. 2016 war für Bürgermeister Matthias Müller deshalb klar: Wir brauchen eine neue Grundschule, obwohl wenig Geld in der Kasse ist. Gemeinsam mit Bauamtsleiter Thomas Keller suchte er nach einer intelligenten Lösung – und fand sie mit IPROconsult. In einem Vergabeverordnungs-Verfahren erhielt der Generalplaner den Zuschlag. Projektleiter und Architekt Martin Fink erarbeitete einen Entwurf, der die Anforderungen für die Förderung zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur erfüllen würde. Für Maßnahmen zur CO2-Einsparung und für die Fassade gab es eine 75-Prozent-Förderung. Die Herausforderungen dabei: Der Schulbau musste ein Nullenergiehaus werden, in dem Innovationen zum Tragen kommen.

 

Richtfest mit zwei Baukörpern

Nachdem der Rohbau fertig war, feierten Schüler, Lehrer, Anwohner und Bauleute am 26. Oktober 2018 das Richtfest. Bürgermeister Matthias Müller und Schulleiterin Ines Reinert übernahmen die letzten Hammerschläge am Dachstuhl.

Die darunter liegende Schule ist klar strukturiert in zwei Baukörpern, die ein gläsernes ‚Gelenk‘ miteinan­der verbindet. Straßenseitig wird die Bauflucht der Nachbargebäude aufge­nommen, so dass sich der Neubau harmonisch einfügt. Zur Straßenseite finden sich ab Sommer 2019 im Erdgeschoss Lehrerzimmer, die Räu­me der Schulleitung, der Mehrzweckraum mit Ausgabeküche und der Eingangsbe­reich. Im Obergeschoss entstehen Bibliothek und Fachunterrichtsräume für Werken und Informatik. Im rückwärtigen Ge­bäudeteil mit Flachdach liegen die fünf künftigen Klassenräume, ein Gruppen­raum sowie auf zwei Etagen Lerninseln.

 

Elektronische Verdunklung

Eine echte Innovation planten die IPROconsult-Architekten bei den Fenstern: Diese bestehen jeweils aus drei Scheiben, von denen die äußere mittels elektronischer Regelung verdunkelt werden kann. „Somit verzichteten wir auf die außenliegende Beschattung, was wiederum dem Spiel der Kinder weniger Grenzen setzt“, erklärt Sabine Schlicke, die das Projekt nach Abgabe des Bauantrags im März 2018 übernahm. Auch die Bauteilaktivierung bei den Raumdecken ist innovativ: Die Hohldecken werden im Werk vorgespannt, mit Rohren für die Kühl- und Heizrohre versehen und komplett als Fertigteil verbaut. „Ein hoher Planungsaufwand für uns aber auch eine sehr gute Qualität im Bauwerk“, konstatiert Architekt Martin Fink von IPROconsult.

 

IPROconsult ist als Generalplaner verantwortlich für Architektur, TragwerksplanungTechnische AusrüstungBrandschutz und Freianlagen.