09.08.2018

Generalsanierung einer Bayreuther Realschule

Die Johannes-Kepler-Realschule wird nach Planungen von IPROconsult von Grund auf saniert.

„Viel wird nicht übrig bleiben von der Johannes-Kepler-Realschule, wie sie die Bayreuther seit nunmehr 47 Jahren kennen“, schrieb der Nordbayerische Kurier. Ursprünglich für 24 Klassen ausgelegt, lernen heute an der Realschule im be­völkerungsreichsten Bayreuther Stadtteil Altstadt rund 860 Schüler verteilt auf 34 Klassen. Die 1972 geplante Schule wurde in den 1990er Jahren modernisiert und muss nun grundlegend saniert werden. Am 30. Juli 2018 begannen die Arbeiten.

 

Überall marode Substanz

Drängendstes Problem ist die 1987 gebaute Turnhalle, wo vor Jahren die Fußbodenheizung leck schlug und den Schwingboden zerstörte. Zudem benötigt das Schulgebäude eine grundlegende energetische Sanierung: Beispielsweise wurden in die Stützen-Riegel-Konstruktion mit Waschbeton-Sandwichfassade Alufenster eingebaut, die aufgrund mangelnder thermischer Trennung zu Energieverlusten führen. Die Hülle des Gebäudes ist energetisch nach der EnEV 2014 zu sanieren. Innen sind die üblichen Kriterien wie Barriere­freiheit, Brandschutz, Akustik, Wärmeschutz und Schadstofffreiheit der ein­zubauenden Materialien zu beachten.

 

Sanierung im laufenden Betrieb

Obwohl die einzelnen Gebäudeteile in den Rohbauzustand zurückversetzt werden, soll die Sanierung bei laufendem Betrieb innerhalb von drei Jahren in drei Bauabschnitten erfolgen. Container sichern in der Zeit die Raumkapazitäten und damit den laufenden Unterricht, der während der gesamten Bauzeit uneingeschränkt weitergehen muss.

 

Nach dem Rückbau der alten Aluminiumvorhangfassade wird eine Vorhangfassade aus Stahlblech an der Tragschale der vorhandenen Waschbeton-Sandwichkonstruktion befestigt. Die Fassade erhält einen grauen Farbton, der durch Fugenausbildung der Aluminiumplatten und liegende Fensterbänder die Horizontale betont. Farbakzepte werden dezent beispielsweise im Bereich des brüstungshohen Fensterbandes gesetzt. So sollen die vielen, im Laufe der Jahre entstandenen Anbauten ein einheitliches Erscheinungsbild bekommen. 

 

Viel Licht im neuen Schulhaus

Im Untergeschoss erhalten die Werkräume sowie die dem Theaterhof zugewandten Räume bodentiefe Fenster. Die Außentüren und -fenster werden durch neue Aluminiumelemente ersetzt. Diese erhalten an Süd-, Ost- und Westfassade einen außenliegenden Sonnenschutz (Raffstore). 

 

Die Belichtung der Innenbereiche des Schulgebäudes wird durch Einbau von Lichtdecken in den Pausenbereichen und durch die Vergrößerung des Oberlichtes über der Haupttreppe verbessert. Die derzeit teilweise undichten Dächer werden, wie bereits 1970, als Flachdächer ausgebildet. Das Dach der Turnhalle bleibt als geneigtes Dach bestehen und erhält ebenfalls ein Kalzipdach (Zinkdach). 

 

Brandschutz auf neuestem Stand

Im Inneren des Gebäudes muss an erster Stelle das Brandschutzkonzept umgesetzt werden. Dazu wird das Haupttreppenhaus im Eingangsbereich von den umliegenden Pausenbereichen baulich getrennt. Die seitlichen Treppenhauswände erhalten eine Verglasung, die podestseitige Wand wird massiv hergestellt. Ebenso muss die Galerie zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss baulich geschlossen werden. Das Bauteil muss die Feuerwiderstandsklassen F90 (feuerbeständig) erfüllen. 

 

Für den Pausenbereich ergibt sich dadurch ein Flächengewinn. Des Weiteren werden im nördlichen Gebäudeteil, im Erd- und Untergeschoss Stichflure zum Außenbereich geschaffen. Um die Fluchtwege im südlichen zweigeschossigen Gebäuderiegel zu gewährleisten, wird an dessen Giebelseite ein außenliegendes Fluchttreppenhaus errichtet. Zur barrierefreien Erschließung aller Geschosse des Schulgebäudes ist zentral, nahe des Haupteingangsbereichs, ein Personenaufzug geplant. 

 

Schallschutz für ungestörten Unterricht 

Alle leichten Bestandswände werden rückgebaut und durch neue Trockenbauwände gemäß den Schallschutzanforderungen ersetzt. Im Zuge dessen werden Versprünge der Bestandswände in den Flurbereich (Garderobennischen) begradigt. Ebenso werden die Unterhangdecken gemäß Schallschutzkonzept durch Akustikdecken ersetzt.


IPROconsult ist als verantwortlich für die Planungen Architektur, Technische Ausrüstung und Brandschutz.