Presse

25.10.2016

Bayerischer Denkmalpflegepreis 2016 in Gold

Das Kloster Raitenhaslach hat den Bayerischen Denkmalpflegepreis in Golderhalten. Im Auftrag der Stadt Burghausen plante IPROconsult Architektur und Brandschutz bei Revitalisierung, Umbau und Sanierung des ehemaligen Zisterzienserklosters. Heute wird das Gebäudeensemble als Studien- und Wissenschaftszentrum von der Technischen Universität München genutzt. Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung würdigt das vorbildliche Engagementprivater und öffentlicher Bauherren, gelungene Bauwerke und die dabei eingebrachten Leistungen der Ingenieure verschiedener Fachrichtungen.
Die Jury lobte: „Neben den restauratorischen Maßnahmen waren zum Erhalt des Denkmals nicht alltägliche Ingenieurleistungen am Tragwerk erforderlich. Dieauf der Grundlage eines Vorprojekts der TU München gewähltenErgänzungskonstruktionen wurden hervorragend in den Bestand eingepasst. Besonders hervorzuheben sind der mit seinen schlichten Formen gestalterisch gelungene Anbau des Erschließungstrakts, die Verstärkung der Deckenkonstruktionen mit Trägern zwischen der Unterdecke und dereigentlichen Stockwerksdecke und als ‚Highlight‘ die nahezu unsichtbareVerstärkung der Hängekonstruktion für die reich bemalte Wand im ‚Papstzimmer‘.“
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege hat die Bayerische Ingenieurkammer Bau im Oktober 2015 bereits zum fünften Mal den Bayerischen Denkmalpflegepreis ausgelobt. 41 Bauwerke wurden bei der Juryeingereicht. Am 15. September 2016 wurde der Bayerische Denkmalpflegepreis im Neuen Schloss Schleißheim vergeben. 

Informationen zur Klosteranlage
Direkt an der Salzach, dem Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich, liegtRaitenhaslach. Hier gründeten im Jahre 1146 die Zisterzienser ihr erstes Kloster in Altbayern. Die ursprünglich dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, 1186 eingeweiht, erhielt in den Jahren 1743 bis 1746 eineprunkvolle Innenausstattung und wurde zu einem Juwel des bayerischen Barock. Besonders sehenswert sind die Altäre, die Fresken und die Grabplatten dereinstigen bayerischen Königshäuser. Die Klosteranlage besteht aus dem ‚AltenKloster‘ mit der Klosterkirche und dem Wasserturm aus dem 16. Jahrhundertsowie dem ‚Neuen Kloster‘ mit seiner barocken Bausubstanz. Bis zur Auflösungdes Konvents im Jahr 1803 war es eng mit dem bayerischen Herrscherhausverbunden.  In den nachfolgenden 200 Jahren führte das kultur- und religionsbeladeneKleinod einen Dornröschenschlaf, ehe es 2003 in den Besitz der StadtBurghausen eingegliedert wurde. Als die Stadt das Gebäude ersteigerte, war schnell klar: Kaum ein anderes spätbarockes Gebäude in Bayern ist soweitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten – von Böden undFenstern über Wand- und Deckenmalereien bis hin zur kunstvollenDachkonstruktion. Und bald hatte Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident derTechnischen Universität München (TUM), die Idee für eine sinnvolle und dereinstigen Klosterkultur angemessene Nutzung dieses ganz besonderenKulturdenkmals. Das gesamte Ensemble steht heute unter Denkmalschutz und Betreuung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

Informationen zur Sanierung der Klosteranlage
Die Planungen von IPROconsult trugen dem hohen Denkmalwert Rechnung und erfolgten in enger Abstimmung mit den Denkmalpflegern. Eine Besonderheit ist heute das Zusammenspiel der modern und zweckmäßig eingerichteten Seminar- und Vortragsräume mit der aus der Barockzeit erhaltenen Raumstruktur. Einige Zimmer werden jedoch aufgrund der hochwertigen, im Original erhaltenen Ausstattung ausschließlich museal genutzt. „Wir stellten bei dem Projektunsere hohe Planungskompetenz auch für spezielle Restauratorenleistungen in Abhängigkeit aller Bau- und Sanierungsmaßnahmen unter Beweis“, betont Projektleiter und Architekt Uwe Kind. „Gefordert waren wir ebenfalls bei der Koordination aller an der Baumaßnahme fachlich Beteiligten.“ Der historische Charakter der Gesamtanlage war vordergründig zu erhalten. Durch denkmalgerechte Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, Ertüchtigung des Brandschutzes, Verbesserung des Schall- und Wärmeschutzes sowie Einbau einer energieeffizienten Haustechnik erfüllt das Objekt jedoch auch die heutigen funktionellen Anforderungen und insbesondere die Ansprüche einesWissenschafts- und Studienzentrums.  Die Arbeiten am Denkmal gliederten sich in mehrere Phasen: „Im ersten Bauabschnitt verantworteten wir die Sanierung des Prälatenstocks sowie desSteinernen Saalflügels“, erläutert Kind. Hier galt es auch, einige der in den Jahrhunderten der Nutzung vorgenommene Veränderungen zurückzubauen und so den Denkmalwert zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Um diedenkmalpflegerische Qualität der Arbeiten abzusichern, führte IPROconsult vorgezogene Bemusterungen durch, ließ Probeachsen erstellen und integrierte leitende Restauratoren in die Prozesse. All das funktionierte nur mit einerintensiven Betreuung der Baustelle und einer kontinuierlichen Vor-Ort-Präsenz durch die erfahrenen Fachleute. „Dabei legten wir unser Augenmerk auf die denkmalverträgliche Bewahrung, Sicherung, Konservierungund Ertüchtigung der historischen Bausubstanz“, sagt der Architekt und Fachingenieur für Denkmalpflege. Trotzdem gelang es, heutige Sicherheitsstandards umzusetzen – beispielsweise durch kompensierendeanlagentechnische Maßnahmen.
In einem zweiten Bauanschnitt folgte die Errichtung eines neuen Treppenhausanbaus, mit dem der historische Festsaal extern erschlossen wird.Gleichzeitig dient es als zweiter Fluchtweg. „Auch bei diesen Arbeitenstanden für uns Respekt und Wertschätzung der historischen Bausubstanz im Mittelpunkt“, betont Kind. Der neue Treppenhausanbau steht jedoch mitmodernen Treppenaufgängen, Verglasungen, Türelementen und Sanitärräumen imselbstbewussten Kontrast zum historischen Bestand – auch imdenkmalpflegerischen Interesse der Gegenwart.

Informationen zur heutigen Nutzung
Das Kloster Raitenhaslach wurde im Sommer 2016 seiner Bestimmung alsBegegnungsort von Wissenschaft und Wirtschaft übergeben. Die TechnischeUniversität München eröffnete am 4. Juni ihr neues Akademiezentrum im historischen Kloster an der Salzach. Bei einem Festakt mit MinisterpräsidentHorst Seehofer und einem Pontifikalgottesdienst mit Bischof Dr. Stefan Osterübergab die Stadt Burghausen den restaurierten Prälatenbau des Klosters seiner neuen Bestimmung. Nicht zuletzt dank der Förderung durch das Wissenschaftsministerium der Bayerischen Staatsregierung können hier jetztnach Jahrhunderten wieder Konferenzen, Tagungen und Seminare abgehaltenwerden. Doktoranden nutzen einzelne Studierzimmer, um in diesereinzigartigen Atmosphäre ihr wissenschaftliches Arbeiten voranzutreiben. Die Kosten von rund 20 Millionen Euro teilten sich im Wesentlichen der FreistaatBayern und die Stadt Burghausen, ergänzt um Beiträge des Bundes, der Messerschmitt-Stiftung und der Bayerischen Landesstiftung. Die Liegenschaftwurde der TUM von der Eigentümerin, der Stadt Burghausen, für zunächst 25 Jahre kostenfrei zur Nutzung übertragen. Auf insgesamt tausend Quadratmetern bietet das Zentrum den Wissenschaftlernund Studierenden der TUM sowie ausgewählten externen Nutzern Seminarräumeunterschiedlicher Größe und einen Tagungsraum für bis zu 190 Personen imhistorischen Festsaal, der „Aula Maior“. Die historische Raumstruktur bliebunverändert erhalten. Internationale Konferenzen, Workshops undFerienakademien werden Angehörige der verschiedenen Fachrichtungen zusammenbringen, um Forschungsfragen aus einem anderen Blickwinkel zudiskutieren. In zwei Studierzimmer können sich Promovierende einquartieren,um hier ihre Forschungsergebnisse in die schriftliche Form zu bringen. Im Festsaal werden sich die Tagungsgäste unter dem Deckenfresko von Johann Martin Heigl treffen, das die Kultivierung des Landes unter dem förderlichen Einfluss der vier Elemente zeigt. Es symbolisiert die Arbeit derZisterziensermönche, die als exzellente Acker- und Wasserbauer galten. Fürdie Pausen stehen der nach historischem Vorbild gestaltete Klostergarten undeine Cafeteria im „Gartenstöckl“ zur Verfügung – ein zu allen Jahreszeitennutzbarer Arkadenbau.

Pressekontakt
Christin Löffler
Leiterin Unternehmenskommunikation
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26.02.2015

„Jüdenhof“ am Dresdner Neumarkt

Neubau eines Wohn-und Geschäftshaus und eines 4-Sterne Hotels im Herzen der Landeshauptstadt

Am 26. Februar 2015 erfolgt die Grundsteinlegung am Dresdner Neumarkt für das Quartier „Jüdenhof“. Geplant wird ein lebendiger Mix aus 19 Wohnungen, einem  4-Sterne Hotel, Restaurants, Geschäften und Büros. Vorgesehen ist die Wiederherstellung von zwei Leitbauten –  das barocke „Dinglinger Haus“ am Jüdenhof und das „Triersche Haus“ in der Sporergasse und der Leitfassaden der Gebäude 16 und 17.  Maßgebend für die Planung sind die Festlegungen des städtebaulichen gestalterischen Konzeptes vom Januar 2002. Der Bauherr, die Kimmerle GbR Jüdenhof, beauftragte die IPROconsult mit der Generalplanung des Gebäudekomplexes.
PM_Juedenhof_02.pdf60 K

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