Sachsens modernste Schule

Hauptgebäude, Verbindungsbau und Sporthalle werden gerade im sächsischen Riesa saniert und zum Teil neu errichtet, um „Sachsens modernste Schule“ zu schaffen, wie es Schulleiter Jürgen Gläsel prophezeit. IPROconsult verantwortet das Projekt als Generalplaner. Planungsbeginn war 2017, 2021 sollen Schulgebäude und Sporthalle wieder von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Für die Bildungsgebäude rechnet die Riesaer Stadtverwaltung mit Kosten von 11,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal 5,8 Millionen Euro für die neue Turnhalle.

Interims-Standort für die Oberschüler

Der bestehende Gebäudekomplex aus den Jahren 1963/64 ist ein DDR-Typenbau der Schulbaureihe SVB. Er weist einen U-förmigen Grundriss auf, der aus einem Hauptgebäude an der Basis und zwei Verbindern zu den anschließenden Gebäuden besteht. Die Sporthalle als separates Gebäude wird zudem über einen Verbinder erschlossen. Das noch in seinem Ursprungsumfang existierende Bauwerk wies einen erheblichen Sanierungsstau auf. Um die Schule während des Baus des Interims-Standortes weiter nutzen zu können, wurde zunächst der Brandschutz betrachtet, ein erstes Maßnahmenpaket erstellt und umgesetzt. Mit der Fertigstellung des Interims-Standortes, der Grundschule „Am Storchenbrunnen“, konnten die Oberschüler ihr in die Jahre gekommenes Domizil für die Sanierung freimachen.

Fördermittel und wissenschaftliche Begleitung

Für die Sanierungsmaßnahmen und Neubauten wurden verschiedene Fördermittelpakete in Anspruch genommen. IPROconsult begleitete die entsprechenden Anträge und die Umsetzung. Eine Besonderheit neben der energetischen Sanierung der Gebäudehülle des Bestandes ist die Zwei-Feld-Sporthalle, die über das Förderprogramm EFRE Pilotprojekt Null-Energie-Gebäude entsteht. Mittels wissenschaftlicher Begleitung mit dem IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH – wurde ein Monitoring validiert, Parameter abgesteckt und geprüft, die dieses Pilotprojekt ermöglichen. Neben der energetischen Hülle finden sich hier eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Solarthermie, Photovoltaik und Fernwärme sowie eine Fußbodenheizung mit Bauteilaktivierung zur Speicherung von Wärme und zur Abgabe von „Kälte“ im Sommer mittels Erdkollektorfeld, das sich unterhalb des Außensportfeldes befindet.

Rück- und Neubau

Die Sanierung der Oberschule „Am Merzdorfer Park“ umfasst den Komplettrückbau des östlich gelegenen Flügels inklusive Verbinder. Aufgrund fehlender Raumhöhen und Geschossversprünge des Bestandgebäudes entsteht hier ein Neubau für Fachkabinette und Fachbereiche mit Aufzug und sanitären Anlagen. Mit dem Aufzug ist die Barrierefreiheit für den gesamten Schulkomplex sichergestellt.

Entkernt für neue Nutzung

Das Hauptgebäude, im Süden gelegen, sowie der westliche Ver­binder inklusive Sporthalle wurden fachgerecht entkernt und erhalten teilweise eine neue Nutzung. Die vorhandene Sporthalle wird nun als Mehrzweckraum und Mensa in das Gesamtkonzept integriert. Grundlage bildete das Raumprogramm der Dresdner Schulbauleitlinie von 2016. Im Hauptgebäude sind die allgemeinen Unterrichtsräume, Fachräume sowie verschiedene Verwaltungs- und Funktionsräume untergebracht. Der Verbinder zur neuen Mensa beherbergt weiterhin die technischen Räume für Werken und Technik. Durch die Entkernung des Fußbodenaufbaus kann ein DIN-gerechter Trittschallschutz in den neuen Aufbau integriert werden. Alle Unterrichts- und Funktionsräume sowie Flure und Treppenhäuser erhalten eine entsprechende akustische Verbesserung nach DIN über verschiedenartig gestaltete Unterdecken.

Lehrer eingebunden in die Planung

Das Lehrer-Kollegium wurde in die Planung der einzelnen Nutzungsbereiche eingebunden, um ein fachgerechtes Arbeiten sicherzustellen. In die Planung weiterhin integriert wurden der seitens des Bundes beschlossene Digitalpakt und die damit verbundene Herstellung der digitalen Infrastruktur für die Schule., Zudem waren zu planen: der Brandschutz, eine Kompletterneuerung der technischen Gebäudeausrüstung sowie der sommerliche Wärmeschutz, der über farbig gestaltete textile Rollladen die Fassade auffrischt.

Komplexe Generalplanung für pünktliche Fertigstellung

Besonderheiten als Generalplaner bei der Planung und Bauausführung sind neben der Schadstoffsanierung der Fußbodenaufbauten im gesamten bestehenden Gebäudekomplex, die Abstimmung mit der Fachbereichsausstattung und deren Einbindung in die Gebäudetechnik sowie die Schnittstellenabstimmung mit der Außenanlagenplanung. Nach den Sommerferien 2021 sollen die Oberschüler wieder einziehen können.